Ganz oben bei Google – und trotzdem unsichtbar in ChatGPT: Das GEO-Problem Schweizer KMU
Herzlichen Glückwunsch: Deine Website steht auf Platz 1 bei Google. Es interessiert nur noch einen Teil deiner Kundschaft.
Ein wachsender Anteil der Suchanfragen landet heute gar nicht mehr bei den klassischen zehn blauen Links. Er landet in ChatGPT, in den Google AI Overviews, in Perplexity. Dort wird keine Rangliste angezeigt, sondern eine fertige Antwort formuliert – inklusive einer Handvoll Unternehmen, die darin namentlich erwähnt werden. Alle anderen kommen schlicht nicht vor. Für dich als Geschäftsführung eines Schweizer KMU bedeutet das: Ein Top-Ranking bei Google ist nicht mehr die ganze Miete. Es ist bestenfalls die halbe.
Das trifft gerade Dienstleistungsunternehmen besonders hart. Wer einen Treuhänder, einen Fensterbauer oder eine Anwaltskanzlei sucht, recherchiert selten zehn Websites im Detail. Er oder sie fragt eine KI nach einer Empfehlung – und vertraut der Antwort, weil sie wie eine neutrale Einschätzung wirkt statt wie ein Werbeplatz. Für B2B-Entscheidungen mit hoher Tragweite, wenig Suchvolumen, aber hoher Kaufabsicht ist genau das die neue Realität.
Der blinde Fleck: Warum gutes SEO allein nicht mehr reicht
Jahrzehntelang galt eine einfache Logik: Wer bei Google oben steht, wird gefunden. Diese Logik stimmt noch – aber sie beschreibt nur noch einen Teil der Realität. Wenn jemand heute «Fensterbauer im Zürcher Oberland» oder «Treuhandbüro für KMU in der Ostschweiz» in ein KI-System eingibt, bekommt er keine Liste zum selbst Durchklicken, sondern eine konkrete Empfehlung. Diese Empfehlung stützt sich auf Inhalte, die eine KI verstehen, einordnen und zitieren kann. Eine wunderschöne Bildergalerie ohne begleitenden Text nützt dabei wenig – eine KI kann ein Bild nicht zitieren, einen klaren Satz schon.
Das ist der blinde Fleck vieler KMU-Websites: Sie sind für Menschen gebaut, die sich Zeit nehmen und selbst durchklicken. Für ein System, das in Sekunden eine Antwort generieren muss, bieten sie zu wenig greifbare Substanz.
Wie KI-Systeme entscheiden, wen sie empfehlen
Ein Sprachmodell erfindet seine Antworten nicht aus dem Nichts. Es stützt sich auf Inhalte, die im Web auffindbar, eindeutig und konsistent sind. Drei Faktoren spielen dabei eine besonders grosse Rolle:
• Klarheit: Steht in einfachen, direkten Sätzen, was ein Unternehmen tut und für wen? Oder muss man sich durch Marketing-Prosa wühlen, um das herauszufinden?
• Konsistenz: Stimmen Name, Leistungen und Positionierung auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, auf LinkedIn und in Branchenverzeichnissen überein? Widersprüchliche Angaben verunsichern ein Sprachmodell genauso wie einen Menschen.
• Belegbarkeit: Gibt es konkrete, nachprüfbare Fakten – Zahlen, Referenzen, echte Fallbeispiele – statt vager Worthülsen wie «massgeschneiderte Lösungen» oder «langjährige Erfahrung»?
Genau hier liegt die eigentliche Pointe: Diese drei Punkte sind keine neue Geheimdisziplin namens GEO (Generative Engine Optimization). Es ist das, was gute Kommunikation schon immer ausgemacht hat. KI-Sichtbarkeit ist kein Trick obendrauf – sie ist die logische Fortsetzung von sauberer Positionierung und ehrlicher Substanz.
Die Grundlage entscheidet, nicht der Trick
Ein gutes Beispiel dafür, wie viel in sauberer Sichtbarkeitsarbeit steckt, ist der Fall der Fenster Fabrik Albisrieden (ffa.ch). Dort stand am Anfang keine KI-Strategie, sondern eine konsequente Neuaufstellung der digitalen Präsenz: eine klar strukturierte Website, verständliche Inhalte, eine konsistente Positionierung über alle Kanäle. Das Ergebnis: eine beinahe fünffache Steigerung der Sichtbarkeit – und als direkte Folge davon konnte das Unternehmen innert zwei Monaten drei Projektleiter einstellen, ganz ohne Headhunter-Kosten.
Diese Zahlen stammen nicht aus einer KI-Kampagne. Sie stammen aus genau jener Grundlagenarbeit, die auch die Basis für gute GEO ist. Wenn du deine Website, deine Texte und deine Positionierung so klar aufstellst, dass Menschen sie sofort verstehen, legst du automatisch das Fundament dafür, dass auch ein Sprachmodell sie versteht – und zitiert.
Konkret: Was du jetzt tun kannst
Es braucht keine komplette Neuausrichtung, um für KI-Systeme sichtbarer zu werden. Es braucht einen anderen Blickwinkel auf bereits vorhandene Inhalte:
• Klartext statt Worthülsen: Jede Leistung in einem Satz erklären, den auch jemand ohne Branchenwissen sofort versteht.
• Konsistenz über alle Kanäle prüfen: Website, Google-Unternehmensprofil, LinkedIn und Branchenverzeichnisse sollten dieselbe Geschichte erzählen – mit denselben Fakten.
—> Ich bei bollier creatives habe ich noch ein relevantes Problem: Mein Unternehmen wurde in Zürich gegründet. Das sagt das Branchenverzeichnis korrekt. Kurz darauf bin ich zurück in meine Heimat gezogen und möchte dort Fuss fassen. Im Google Businessprofil sowie auf der Website ist das auch bereits so eingerichtet. Jedoch kommen die Systeme mit dieser Inkonsistenz nicht klar. Ich werde mich früher oder später für einen Standort entscheiden müssen.
• Fragen direkt beantworten: FAQ-Abschnitte und klar formulierte Zwischentitel geben einer KI exakt das, was sie braucht, um eine Antwort zu zitieren – genau wie in diesem Artikel.
• Mit echten Zahlen belegen: Konkrete Referenzen und Fallbeispiele statt allgemeiner Versprechen schaffen die Glaubwürdigkeit, die sowohl Menschen als auch Sprachmodelle überzeugt.
• Inhalte aktuell halten: Eine «Über uns»-Seite aus dem Jahr 2019 signalisiert weder Google noch ChatGPT, dass ein Unternehmen heute noch relevant ist.
Keine dieser Massnahmen ist für sich allein ein Geheimrezept. Zusammengenommen erhöhen sie aber systematisch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sprachmodell auf verlässliche, eindeutige Informationen stösst – und sie entsprechend verwendet, statt auf die Konkurrenz auszuweichen, deren Inhalte einfach greifbarer sind.
Häufige Fragen zu KI-Sichtbarkeit für KMU
Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO (Suchmaschinenoptimierung) zielt darauf ab, in den klassischen Google-Suchresultaten möglichst weit oben zu erscheinen. GEO (Generative Engine Optimization) zielt darauf ab, von KI-Systemen wie ChatGPT, Google AI Overviews oder Perplexity als Quelle zitiert und empfohlen zu werden. Beide bauen auf denselben Grundlagen auf: klare, strukturierte und glaubwürdige Inhalte.
Muss ich jetzt meine ganze Website neu aufbauen?
In den meisten Fällen nicht. Es reicht oft, bestehende Inhalte klarer zu formulieren, Fakten zu ergänzen und die Konsistenz über alle Kanäle herzustellen.
Wie lange dauert es, bis mein Unternehmen in ChatGPT auftaucht?
Das hängt stark davon ab, wie präsent und konsistent ein Unternehmen bereits im Web ist. Wie beim klassischen SEO gilt: Sichtbarkeit ist ein Prozess, kein Schalter, den man umlegt.
Sichtbarkeit ist keine einmalige Übung
Ob Google-Ranking oder KI-Empfehlung: Beides ist das Ergebnis kontinuierlicher, konsistenter Arbeit an Website, Bildern, Texten und Kanälen – nicht eines einmaligen Projekts. Genau aus diesem Grund arbeiten wir bei bollier creatives mit der 4Plus-Strategie und dem Modell «Kommunikation im Abo»: damit Sichtbarkeit nicht einmal hergestellt und dann dem Zufall überlassen wird, sondern laufend mitwächst.
Willst du wissen, wo dein Unternehmen heute steht – bei Google wie bei ChatGPT? Dann lass uns das in einem unverbindlichen Erstgespräch herausfinden.